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Österreich: Sieger in Sachen Alkohol und Rauchen…

Für Medienaufmerksamkeit sorgt derzeit ein Vergleich zu Daten zur Jugendgesundheit bzw. Risikoverhalten, der in der neuesten Ausgabe der britischen Medizin-Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht wurde. Die Crux: Die Daten zu Österreich und wesentliche Vergleiche wurden 2006 erhoben und seither mehrfach zitiert und diskutiert.

Neueste Daten aus dem Jahr 2010 wurden erst im Februar von Gesundheitsminister Alois Stöger (S) der Öffentlichkeit präsentiert. Fazit: Beim Alkohol und beim Rauchen gibt es weiterhin Handlungsbedarf, allerdings zeigen die aktuellen Daten einen positiven Trend.

Ausgangspunkt für die Diskussionen sind die sogenannten WHO-HSBC-Umfragen zur Gesundheit unter Jugendlichen, die regelmäßig wiederholt werden. In der „Lancet“-Veröffentlichung mussten sich die Autoren allerdings mit alten Daten begnügen, da sie einen Vergleich möglichst vieler Länder haben wollten – es wurden 179. Die aktuellen Daten zur Jugendgesundheit in Österreich (2010), publiziert im Februar dieses Jahres: Nur 37 Prozent der österreichischen Schüler im Alter von elf bis 17 Jahren geben an, ausgezeichnete Gesundheit aufzuweisen. 17 Prozent haben Einschlafstörungen, ein Viertel raucht, 25 Prozent konsumieren mindestens einmal wöchentlich Alkohol.

Im Rahmen dieses „Gesundheits-Pisa-Tests“ wurden in 43 europäischen Staaten und den USA insgesamt rund 250.000 Schüler zu den verschiedenen Aspekten von Gesundheit und Lebensstil befragt. In Österreich waren es rund 6.500 Probanden in der Gruppe der Elf-, 13-, 15- und 17-Jährigen.
„Wir sind in Österreich, was das Rauchen anbelangt, in einer absoluten Spitzenposition. Mit 13 ist der Raucheranteil noch minimal, mit 15 rauchen 20 Prozent, mit 17 Jahren etwa ein Drittel täglich“, sagte im Februar dieses Jahres der Wiener Gesundheitssoziologe Wolfgang Dür, der für den Österreich-Teil der Umfrage verantwortlich zeichnete.

Doch seit 1998 gab es beim Risikoverhalten der Jugendlichen in Österreich offenbar einen positiven Trend. 1998 erreichte der Raucheranteil bei den Elf- bis 15-Jährigen Mädchen einen Rekordwert von 26,2 Prozent, um bis 2010 auf 19,5 Prozent zu sinken. Bei den Burschen waren es 1998 noch 23,3 Prozent, die zum Glimmstängel griffen, im Jahr 2010 dann 16,6 Prozent. 1994 tranken 25,6 Prozent der Burschen im Alter zwischen elf und 15 Jahren wöchentlich Alkohol (12,3 Prozent der Mädchen), 2010 waren es 16,9 Prozent der Burschen und 12,1 Prozent der Mädchen. Ohne Zweifel sind aber weiterhin beide Probleme in Österreich durchaus erheblich.

„Positiv auffällig ist, dass – entgegen allen Klischees – die österreichischen Schüler keine kettenrauchenden Komasäufer sind. Sie rauchen und trinken (im Vergleich zu Studienwiederholungen zwischen 1986 und 2010, Anm.) weniger, wenn auch auf hohem Niveau“, sagte Gesundheitsminister Alois Stöger bei der Präsentation der neuen Daten.

Die nun im „Lancet“ erneut aufgegriffenen alten Informationen sind in Österreich spätestens seit dem Jahr 2008 umfangreich und wiederholt in der Öffentlichkeit diskutiert worden. Nicht zuletzt berief sich auch die Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit von allem Anfang an auf diese Informationen. Allerdings, nicht die Jugendlichen sind dabei an den Pranger zu stellen. So sagte Klaus Vavrik, Kinder- und Jugendpsychiater und der Präsident Liga erst vergangene Woche: „Kinder und Jugendliche, die rauchen und trinken, sind nicht das Problem, sie haben ein Problem.“

Quelle: APA

Source: gesundheit.co.at RSS

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